Mir sein Borjer – mir sen eins!

Auftakt zum Karneval im Schatten des Kirmesbaumes

Große Prunksitzung des KV Burgen und die St. Sebastianus Kirmes

Burgen. Außergewöhnlich weiblich ist der Karnevalsverein Burgen e.V. aufgestellt, denn nur drei Männer präsentieren im Elferrat den Karneval. W04_Burgen-9738Ebenso außergewöhnlich ist die Tatsache, dass der KV nicht nur für die Unterhaltung der Närrinnen und Narren zuständig ist, sondern auch für den Erhalt der Kirmestradition. Die St. Sebastianus Kirmes wird an jedem dritten Wochenende im Januar gefeiert. In diesem Jahr stellten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr den geschmückten Kirmesbaum nachmittags auf dem Marktplatz auf. Am Abend trafen sich dann die Burgener und Gäste aus Nah und Fern im Bürgerhaus, um Karneval zu feiern. Als der Elferrat die Bühne betrat, war der Saal berstend voll mit Menschen. Dreimal „Borje Helau“ lautete die begeisterte Begrüßung. Bevor die Prunksitzung startete, fand zunächst die Verleihung vieler Orden statt. Geführt von der Prinzengarde zogen dann das Prinzenpaar und die Kinderprinzessin Annelie I. ein und positionierten sich auf der Bühne. Manni I. und Gudrun I. „die auf allen Bällen tanzen“ ergriffen das Mikrofon: „Es ist wunderbar hier zu sein“, beteuerte das Prinzenpaar. „So ein tolles Haus haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Seit Ihr bereit zu feiern die fünfte Jahreszeit?“ Die Zustimmung fiel stürmisch aus, gemeinsam erklang das Prinzenlied aus allen Kehlen, dessen Refrain lautet: „Denn hei schliet unser Herz, von Anfang bis zuletzt. Un mir sein jeder en Stück von Dir und Mir. Mir sein Borjer – mir sen eins.“ Für seine Hymne hatte sich Prinz Manni I. Unterstützung von „Heike aus Kölle“ geholt, die für die Musik zuständig war. Auf der Bühne bedankte er sich für deren Mithilfe. Für den Ortsbürgermeister Fritz M. W04_Burgen-9751Bär ist der Auftakt zur fünften Jahreszeit eine schwere Zeit, denn er muss die Macht beziehungsweise die Schlüssel abgeben: „Jetzt kommt das, was mir macht keinen Spaß! Aber was ich immer machen muss!“ Augenzwinkernd überreichte er dem Prinzenpaar die Schlüssel: „Ab jetzt gehört Borje Euch Beiden.“ Jubel aus dem Saal begleitete seine Worte. Dann hatten die Kleinsten ihren Auftritt. Die Minifunken zeigten dem Publikum, was sie mit ihren Trainerinnen einstudiert hatten. Allerliebst an zu sehen, schwangen sie nach dem Takt der Musik ihre Beinchen. Der tosende Applaus war Dank  für alle Mühe der vergangenen Wochen. Weiter ging es im Programm, auf Tanz folgte Büttenrede und Gesang, eine karnevalistische Unterhaltung genauso, wie sie die Narrenschar liebte. Die Prunksitzung endete im großen Finale, bei dem der Gesang des Prinzen eine große Rolle spielte. Zwei Tage später traf sich eine Trauergemeinde auf dem Marktplatz von Burgen zur Kirmesbeerdigung und zog von dort mit dem „Pitter“ (Strohpuppe) von Geschäft zu Geschäft, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Symbolisch für das Ende der Kirmes „starb“ er anschließend in den Flammen. Es ist eine Tradition, die durch die Teilnahme vieler Burgener Bürger aufrechterhalten werden kann.  EP