Hier spielt die Musik!

Hier spielt die Musik!

Frühlingskonzert des Musikvereins Concordia Rhens e.V.

Im vollbesetzten Kaisersaal präsentierte das Orchester Musikgeschichten

Rhens. Nicht nur Bücher schenken uns Geschichten. Dass auch die Musik dazu in der Lage ist, wenn sie professionell gespielt wird, zeigte der Musikverein Concordia Rhens bei ihrem Frühlingskonzert im Kaisersaal. Auch das zahlreich erschienene Publikum war der Beweis für eine garantiert gute Darbietung des Orchesters und des Jugendorchesters. W16_Rhens_Konzert-0696_bErsteres stand unter der Leitung des Dirigenten Christoph Weber, die jungen Musiker/innen dirigierte Pascal Arens. Schon beim Lied zur Eröffnung ließ das Orchester die Fülle der Töne erklingen, als es „Crossline“ präsentierte: eine musikalische Fantasie durch verschiedene Musikstile. Nach diesem ersten Genuss begrüßte der erste Vorsitzende Alexander Höcht die Gäste: „Mit Musik lassen sich Geschichten erzählen. Dies wollen wir mit unserem heutigen Programm unter Beweis stellen.“ Besonders begrüßte er Ehrengäste, unter ihnen Stadtbürgermeister Raimund Bogler, Ehrenmitglied Heinz Duhr und den Ehrenvorsitzenden Werner Ackermann, der seit 1963 im Musikverein aktiv ist. Für den Kreismusikverband begrüßte er den zweiten Vorsitzenden Herbert Schunk, der im Verlauf des Konzertes Ehrungen vornahm. Der Stadt Rhens dankte er für die Unterstützung des Vereins. „Genug der Worte, schließen Sie die Augen und genießen Sie die Geschichten, die uns die Musik unter der musikalischen Leitung von Christoph Weber erzählt!“ Damit schloss Alexander Höcht seine Rede. Nun übernahmen Sabine Schmengler  und Tanja Duhr die Moderation, eine besondere Leistung, denn beide sind Mitgliederinnen des Orchesters, das sie auch mit ihrem Spiel unterstützten. W16_Rhens_Konzert-0719Zwölf Musikstücke standen auf dem Programm. Hinter jedem verbarg sich eine Geschichte, die Beide abwechselnd und anschaulich erzählte: „Freuen Sie sich auf böhmische Wälder, blutrünstige Piraten, unterhaltsame Fernsehabende, Discolicht und Straßenparaden.“ Es folgte der böhmische Walzer „Stille Wasser“ von Norbert Gälle, mit dessen Beschreibung Sabine Schmengler in ein romantisches Tal entführte: „Sie sitzen an einem schattigen Platz auf einer Bank, vor Ihnen ein wunderschöner Bergsee mit kristallklarem Wasser. Und zum Klang der Musik tanzen die Schwäne ihren Liebeswalzer. Ich glaube, Sie können gar nicht anders, als mit der Bewegung des Tanzes mit zu gehen.“ Das ließ sich Stadtbürgermeister Raimund Bogler nicht zweimal sagen, verließ seinen Platz und tanzte mit seiner Partnerin nach den Klängen des Walzers. Dann war es Zeit für eine Piratengeschichte: „Kap Arkona“ von Alfred Bösendorfer. Diese beschrieb Tanja Duhr sehr ausführlich und erinnerte an den berüchtigten Störtebecker, der auf der Insel Rügen am Kap Arkona ein Piratennest und seine Verstecke für Gold und Edelsteine hatte. Sie erzählte von dessen unglücklicher Liebe zu seiner untreuen Piratenbraut: „So oder so ähnlich könnte die Legende sein, die Alfred Bösendorfer mit seiner musikalischen Fantasie vertonte. Er wollte die Geschichten, die sich um den Piratenhelden Störtebecker ranken, auf seine Weise der Welt erhalten!“ Unterhaltsam und amüsant vermittelten die Moderatorinnen die Geschichten, die jedes Musikstück besonders machten. Damit schafften sie den Zuhörern den gedanklichen Einstieg, der zum musikalischen Genuss führte. In den Genuss von Ehrungen kamen sieben Orchestermitglieder/innen für ihre aktive Zeit: Tanja Duhr, Lukas Kutscheit, Hannah Wilhelm und Maja Oggel für 5 Jahre, Simon Lief für 10 Jahre, Nicole Wilhelm für 20 Jahre und Ludger Nick für 30 Jahre. Herbert Schunk überbrachte die Ehrennadeln im Namen des Kreismusikverbandes, machte auf die Bedeutung der Musik aufmerksam und zitierte den Präsidenten des  Landesmusikrates Peter Stieber: „Die Laienmusik ist eine Säule für das Sozialgefüge. Wenn die Chöre und Musikvereine aussterben, stirbt ein wichtiges Stück Selbstverständnis der Dörfer!“ Gleichzeitig bedauerte Herbert Schunk die mangelnde finanzielle Unterstützung der Musikvereine vonseiten des Landes: „Es ist völlig unverständlich, dass der Landeszuschuss an die Laienmusikverbände seit 25 Jahren nicht erhöht wurde.“ Für Alexander Höcht war es eine besondere Freude, ein Mitglied aus den eigenen Reihen zu ehren. Er überreichte Werner Dillmann die Urkunde zur Ernennung als Ehrenmitglied des Musikvereins Concordia Rhens e.V. Der Geehrte ist seit 1963 aktiv im Verein, spielte zunächst Trompete, dann wechselte er zum Tenorhorn. Aus gesundheitlichen Gründen spielt er nicht mehr aktiv, unterstützt seinen Verein aber wo er nur kann. Bevor das Konzert mit einer Zugabe endete, dankte der Vorsitzende allen Mitwirkenden und Unterstützern. Er warb für sein Orchester. Interessierte sind bei den dienstäglichen Proben herzlich willkommen (19 Uhr Kaisersaal, Infos unter www.musikverein-concordia-rhens.de). Die letzte musikalische Geschichte präsentierte das Orchester mit der „Moravenka Polka“. Mit einem Dank ans Publikum verabschiedete sich Alexander Höcht: „Danke für Ihren Applaus, der das Brot des Künstlers ist. Ohne Sie wären wir heute Abend allein auf die Pizza angewiesen, die es im Anschluss nach dem Abbau für die aktiven Musiker und Helfer gibt.“  EP