Fröhlicher Eierwettkampf in Winningen

 

Auch beim Wein spielten Eier eine große Rolle

Eröffnung der Saison am Weinhexbrunnen

Winningen. Das Ei als Waffe und im Wein sind in jedem Jahr an Ostern für viele Menschen Grund genug, sich in Winningen am Weinhexbrunnen ein zu finden. Schon morgens um Elf Uhr strömten auch diesmal die Besucher/innen in den beschaulichen Moselort, um sich einem österlichen Vergnügen zu widmen.W14_Winningen-0594 Es ist das Eierkibben, bei dem tausende bunter Ostereier von zwei Gegnern aufeinandergeschlagen werden: erst „Schbetz auf Schbetz“ – ist die spitze Seite – und dann „Oarsch auf Oarsch“ – ist die stumpfe Seite. Wer das Ei seines Gegners an beiden Enden beschädigt, gewinnt dieses. Ist nur die Spitze des gegnerischen Eis getroffen und das eigene am stumpfen Ende, lautet das Resultat unentschieden. Dann behält jeder sein Ei, und der Wettkampf beginnt von neuem, mit einem Gegner den das gleiche Schicksal ereilt hat. Den sucht man mit der Frage: „Ber hät en Schbetz?“ oder „Ber hät en Oarsch?“. Ist dieser gefunden, werden die Eier mit den noch heilgebliebenen Enden gegeneinandergeschlagen, was in Winninger Platt „kebbe“ = schlagen heißt. Es ist ein uralter Brauch, der sich wahrscheinlich vor mehr als 170 Jahren in Winningen etabliert hat. Das genaue Wann, Wie und Warum der Entstehung zu klären, scheitert an sehr spärlichen Informationen. Wie auch immer, es macht jedes Jahr einer Menge Menschen einen großen Spaß und ist zugleich Auftakt in die Saison. Eine große Rolle spielt natürlich auch der Wein. Außer den Winninger Qualitätsweinen, war auch diesmal wieder der Eierwein im Angebot. Das Ur-Getränk des Ortes besteht aus fruchtigem Riesling, Eiern, Zucker und Vanillezucker, diese Zutaten werden miteinander verschlagen und in Krügen serviert. Na dann – Prost! Etliche Liter des mittlerweile sehr beliebten Weines fanden am Weinhexbrunnen ihre Abnehmer. Dazu spielte der Musikverein Löf und sorgte für fröhliche, musikalische Unterhaltung, bei der mancher Fuß wippte. Auch die Winninger Gastronomie lud zum Verweilen und Genießen ein. Die kleinen Besucher erfreuten sich im Osterhasenkindergarten, wo sich jedes Kind in ein „Osterhäschen“ verwandeln konnte. W14_Winningen-0569Auf die Veranstaltung machte schon von weitem das Wahrzeichen des Osterbrauches aufmerksam: ein vier Meter großes Osterei, von dem die Winninger mit Stolz sagen können, das es das größte an der Untermosel ist. Organisiert wurde das Eierkibben von der Touristik Winningen e.V., die damit die angenehme Verantwortung für das österliche Vergnügen hatte, das viele Menschen in den historischen Ort an der Mosel lockte.  EP