Startschuss für die Zukunftswerkstatt in der Verbandsgemeinde Maifeld

Wie sieht die zukünftige medizinische Versorgung auf dem Land aus?

Der Hausarzt im Wandel der Zeit

Polch. Eine Antwort auf die Frage PuTTY manual , wie die zukünftige medizinische Versorgung auf dem Land aussieht, soll das von der rheinlandpfälzischen Regierung initiierte Programm „Gesundheit und Pflege 2020“ geben. In dessen Rahmen entstehen die „Zukunftswerkstätten“. Dort setzen sich Vertreter aus den Kommunen und der Ärzteschaft zusammen, um die beste Lösung zu finden. In Rheinland-Pfalz gibt es zurzeit zehn Projekte dieser Art. IMG_6364_bDie Durchführung der so genannten „Zukunftswerkstätten“ wird vom Gesundheitsministerium organisiert und finanziert. Damit leistet das Land Unterstützung für die Kommunen. Mit im Boot ist die Verbandsgemeinde Maifeld, die mit ihrem Projekt am 15. Juli 2015 startete. „Mit diesem Konzept, haben wir den Nerv der Kommunen getroffen!“ sagte Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz. Sie besuchte vor dem Start die Verbandsgemeinde und erläuterte gemeinsam mit Bürgermeister Maximilian Mumm, mit dem Sozialarbeiter Marc Battenfeld in seiner Funktion als Koordinator für die Seniorenarbeit in der VG, mit dem in Münstermaifeld ansässigen Landarzt Hans-Peter Simon und dem Vertreter der Verbandsgemeinde Kaisersesch Josef Fuhrmann, die Strukturen des Konzeptes. Die Verbandsgemeinden Maifeld und Kaisersesch wollen einen gemeinsamen Weg finden. Noch ist die hausärztliche Versorgung im Maifeld gewährleistet, doch der demografische Wandel verheißt andere Zahlen: 30 % der Ärzte sind heute schon über 60 Jahre alt, im Jahr 2030 werden 80 % der Bevölkerung ältere Bürger/innen sein. „Wenn wir jetzt nichts tun, werden wir in ein paar Jahren unterversorgt sein!“ Das wissen die Beteiligten, darum wurde ein Workshop initiiert, an dem auch alle Hausärzte teilnahmen. „Wie soll die medizinische Versorgung hier vor Ort aussehen?“ Antworten auf diese Frage werden gesucht, dafür ist noch viel Gesprächsbedarf. Eine Lösung soll individuell sein, so wie es für diese Kommune am besten ist. Es gibt viel zu tun, das weiß auch Landarzt Dr. Hans-Peter Simon: „Wir Ärzte müssen in Gesprächen im Team auf die Veränderung in der Gesellschaft reagieren!“ Aus eigener Erfahrung kennt er die Schwierigkeiten auf dem Weg zur eigenen Praxis. Viele angehende Ärzte scheuen das finanzielle Risiko freiberuflich zu arbeiten. Nur 10 % der Allgemeinmediziner haben nach ihrem Studium den Wunsch, als Landarzt zu arbeiten. Hinzu kommt, dass 70 % der Medizinstudierenden weiblich sind. Für sie ist es eine schwierige Überlegung und die Frage —   -in Bezug auf eine Familienplanung- steht im Raum „Schaffe ich das?“. „Der Masterplan 2020 beinhaltet auch, über eine bessere Vergütung der Landärzte nach zu denken!“, so Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler und weiter: „Ein Bündel von Ursachen in Bezug auf den Ärztemangel in ländlichen Bereich erfordert ein Bündel an Maßnahmen!“ Dazu gehört die „Tele-Medizin“, auch ein Projekt der Zukunft, das die Ärzte bei ihrer Arbeit entlasten und unterstützen soll. Oder medizinische Versorgungszentren, in den Diagnostik, Therapie und Betreuung der Patienten gebündelt werden. So müsste der Kranke bei Bedarf nicht verschiedene Fachpraxen aufsuchen, sondern hätte alle Möglichkeiten unter einem Dach. Auch finanzielle Hilfen sollen junge Ärzte aufs Land „locken“. Jungmediziner sollen Landarztpraxen kennenlernen. Laut der Ministerin bestehen dazu Überlegungen, eine Pflichtzeit von vier Monaten ein zu führen. Sie will die Kommunen bei Klärung all dieser Fragen begleiten. Wie bringt man die Zukunftswerksatt auf den Weg? Für die Beratung zu diesem Thema investiert das Land 100.000 Euro. In der Verbandsgemeinde Maifeld ist Bürgermeister Maximilian Mumm stolz darauf, dass mit dem Start der Zukunftswerkstatt der Anfang gemacht ist, einen Weg zu finden, die medizinische Versorgung zukünftig zu gewährleisten: „Ich danke der Ärzteschaft im Maifeld für ihr Engagement!“ Vor Ort werden sie gemeinsam eine Lösung entwickeln und starten einen Aufruf an Ärzte aufs Land zu kommen, denn: „Man kann sehr gut bei uns leben!“ bekräftigt das Bürgermeister Mumm, der vor vielen Jahren aus der Großstadt ins Maifeld kam.   EP