Let’s Dance – ein beschwingtes Konzert mit begeisternder Musik

Let’s Dance – ein beschwingtes Konzert mit begeisternder Musik

Der Musikverein Löf präsentierte Musik-Wein-Kultur-pur

Ein musikalisches Tanzvergnügen

Musikverein Löf – Konzert 11.-12. Mai 2019 der Link zur Fotogalerie

Löf. Dreizehn Musikstücke – ohne die Zugaben – und jedes davon ein Mosaikstein zu einem großartigen Konzert! Das war Musik-Wein-Kultur-pur 2019, veranstaltet vom Musikverein Löf, präsentiert an zwei Tagen vor ausverkauftem Haus. Wie gelingt es, 60 Musiker und Musikerinnen dazu zu bringen, harmonisch und klangvoll miteinander zu spielen? Das übersteigt den Horizont eines jeden musikalischen Laien. Bewundernswert was der Löfer Musikverein in diesem Jahr wieder auf die Beine stellte, beziehungsweise aus den Instrumenten klingen ließ, angeführt von ihrem humorvollen, menschlichen Dirigenten. Reinhard Lisecki kann man durchaus als Strippenzieher bezeichnen, auch wenn demokratisch über jedes Programm abgestimmt wird, so ist er doch der Ideengeber und derjenige der es schafft, alle Musikinstrumente in Einklang zu bringen.

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Alles richtig gemacht? Davon konnten sich die zahlreichen Gäste überzeugen, wohlwissend, dass es wiedermal ein Genuss sein würde, einige Stunden in der Sonnenringhalle zu verbringen. Diese war mit ansprechender bunter Beleuchtung ausgestattet, als das Orchester seinen Einzug hielt, angekündigt von der Stimme des Schauspielers und Sprechers Stefan Wilkening. Zunächst spielten die Musiker/innen zur Einstimmung die Titelmusik der TV Sendung „Let’s Dance“. Dann ergriff der Vereinsvorsitzende Wolfgang Weber das Mikrofon und begrüßte die Gäste. Unter ihnen Ortsbürgermeister Rudi Zenz, Ralf Dötsch als Vertreter der Verbandsgemeinde, Hans Josef Koggel ein Unterstützer aus den Anfangsjahren, sowie alle weiteren Unterstützer und Sponsoren. Dass die Musik der Löfer gleichermaßen Jung und Alt begeistert, zeigte die Anwesenheit der ältesten Besucherin: Hilde Schunk, die im nächsten Jahr ihren 100sten Geburtstag feiern kann. Auch sie wurde von Wolfgang Weber herzlich willkommen geheißen. Über das volle Haus freute sich die sympathische Moderatorin Susi Schunk, die wieder einmal charmant, mitunter ein wenig frech, durch das Programm führte und den Gästen Interessantes zu jedem Musikstück zu berichten wusste.

 

Das Orchester startete mit Musik aus dem erfolgreichen Broadway Musical „A Chorus Line“, welches das erbarmungslose Auswahlverfahren bei der Besetzung eines Musicals beschreibt. Nur musikalischer Genuss aus Blasinstrumenten? Nein, das passt nicht zum Musikverein Löf, und so konnten die Besucher sicher sein, da kommt noch mehr! Leidenschaftlich, melancholisch und erotisch, so beschrieb Susi Schunk den „Libertango“ von Astor Piazolla. W20 Löf-4133Sie warf aber gleichzeitig die Frage auf, ob eine 60köpfige Blaskapelle, mit der kaum an Erotik zu übertreffende Tuba, diese rüberbringen kann? Sie konnte und das mit der visuellen Unterstützung eines Tanzpaares. Eva und Ralf Pfitzner aus Dieblich tanzen seit mehr als 25 Jahren erfolgreich in der höchsten Amateurklasse Sen. II S. Beschwingt von der Musik, präsentierten sie leichtfüßig und anmutig ihren Tango. Das folgende Musikstück beschrieb der Dirigent so: „Es beginnt mit Pianissimo, endet mit Fortissimo.“ Er musste zugeben, dass die ersten Proben dramatisch waren. Erst als er dem Orchester erklärte: „Es ist vergleichbar mit einem menschlichen Akt, der mit einem Schrei beim Höhepunkt endet“, gelang der Zugang zu Maurice Ravels „Bolero“. Eine starke Leistung des Orchesters schmeichelte den Ohren, leise beginnend und lauter werdend, resolut angetrieben von Reinhard Lisecki erreichte die Musik ihren Höhepunkt, begeisterte das Publikum. Ein weiteres Mal schwebten Eva und Ralf Pfitzner über das Parkett. Und ein weiteres Highlight war die Musik von „Lord of the Dance“. Wer kennt sie nicht – die irische Tanzgruppe, die Stepptanz präsentiert. Auch wenn sie nicht anwesend war, so machte das Orchester doch mit mystischen und gewaltigen Klängen den Tanz mit geschlossenen Augen vorstellbar.

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Musikverein Löf – Konzert 11.-12. Mai 2019

Nach einer kurzen Pause wurde das Publikum mit „Party Dance Mix“ auf den zweiten Teil des Konzertes eingestimmt. Dann stand Cha-Cha-Cha auf dem Programm: „Sway“ von Pablo Beltran Ruiz, präsentiert von Hannah Liesenfeld, die mit ihrer wunderbaren Stimme die Leichtigkeit und Entspannung des wiegenden Tanzes spüren ließ. Unterstützt wurde sie dabei mit einem Solo der Saxofonistin Laura van de Wall. Zurück in den Partymodus, so kündigte Susi Schunk den Song „Let’s Get Loud“ an. „Das will doch kein Mensch mehr hören, wat soll’n dat?“ so kommentierte Susi Schunk zu Beginn des Jahres die Entscheidung des Dirigenten „Macarena“ – den Kulttanz aus den 96ern – ins Programm zu nehmen. Und musste zugeben „Da lag ich falsch!“ Sie wünschte viel Spaß bei der „echt coolen Nummer“. Das hatten dann alle, Gäste und Orchester gleichermaßen bewegten Arme, Hände und Hüften zum Klang des Ohrwurms. Liseckis große Stunde kam, als er die Perücke und das Mikro nahm! So könnte das Folgende beschrieben werden: gemeinsam mit Benny Kölzer, Hannah Liesenfeld, Laura Sommer und dem Orchester interpretierte er Ausschnitte aus dem Musical „Grease“, das die wilden Fünfziger mit Rock’n Roll, Petticoats und Pomadenfrisuren darstellt. Reinhard Lisecki beichtete, dass er schon als kleines Kind ein Fan von „Grease“ war. Es war eine köstliche Vorstellung, die unweigerlich mitriss. Ein wunderbarer Abend ging leider zu Ende, als „Time of my Life“ aus dem Film „Dirty Dancing“ erklang. Das applaudierende Publikum kam danach noch in den Genuss von Zugaben, einmal „Time Warp“ aus der „Rocky Horror Picture Show“, sehr temperamentvoll und mit Körpereinsatz präsentiert und ein Helene Fischer Medley. Ja, alles richtig gemacht, Gratulation an die 60 Musiker/innen und ihren Dirigenten, die sich monatelang intensiv auf das jährliche Konzert Musik-Wein-Kultur-pur vorbereiten, die Musik lieben und somit eine brillante Leistung demonstrieren können. Es ist eben mehr als nur ein Blasorchester, mehr als nur ein Dirigent und mehr als nur ein Verein. Das beweist auch ihre Nominierung für den Kulturpreis „Burgener Rebstock“. Diese Auszeichnung erhält der Musikverein Löf e.V. im November 2019. Infos unter www.musikverein-loef.de       EP