60 Jahre „Rhein in Flammen“

Ein Fluss in Flammen und ein Strom von Schiffen

Bunter Glanz am sommerlichen Nachthimmel im Mittelrheintal

Rhens. Brey. Spay. Schon seit 60 Jahren begeistert die einzigartige Stimmung am Ufer des Rheines tausende Besucher PuTTY SSH proxy , wenn der größte Schiffskorso Europas stromabwärts nach Koblenz zieht. Es ist ein unvergessliches Erlebnis, das sich den Zuschauern an Land und auf den Schiffen bietet, wenn die Ufer im roten Licht erstrahlen, Schlösser und Burgen in bengalisches Licht getaucht sind und von Ort zu Ort – bis zum Deutschen Eck – spektakuläre Feuerwerke in den Himmel schießen. Gefeiert wiIMG_6672_crd auf dem Wasser, aber auch in den An-Rheiner-Gemeinden, oft mit mehrtägigem Programm.  In Spay war es die Karnevalsgesellschaft „Spayer Boxelöfter“, die alle Bürger und Bürgerinnen auf den gleichnamigen Platz am Rhein einluden. „Sommerfest am Boxelöfter Platz“ war das Motto und mit guter Stimmung, Livemusik mit „No Slogan“ und exzellenter Gastronomie fiel das Warten auf das erste Feuerwerk des Abends nicht schwer. In südländischer Atmosphäre, mit sommerlichen Temperaturen, fuhren fast 80 Fahrgastschiffe am Spayer Ufer vorbei. Mit den ersten ankommenden Schiffen, startete dann ein Feuerwerk mit leuchtkräftigen Effekten, beginnend mit Leuchtsalven in den Farben des Spayer Wappens. Vom gegenüberliegenden Ufer in Braubach erhellten Feuerblumen den Nachthimmel. Auch in Brey wurde gefeiert. Bei der Welterbe-Party mit Livemusik und „Bernies kulinarischem Imbiss“ im Freizeitgelände Wilhelm am Rheinufer, genossen die zahlreichen Zuschauer das imposante Schauspiel im romantischen Mittelrheintal, eine Landschaft voller Schönheit und Anmut, die viel Historie zu bieten hat. Tagsüber konnten Interessierte eine kostenlose Führung zur römischen WIMG_6786_casserleitung mitmachen. Es ist ein bedeutsames Bodendenkmal aus römischer Zeit. Mit den liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern im Ortskern, ist Brey ein Stück Weltkulturerbe. Nicht zu vergessen der liebevoll und mit viel Engagement angebaute Wein aus dem „Breyer Hämmchen“, der dem Anlass gerecht wurde und an diesem Abend seine Liebhaber fand. In Rhens machte die live band „Mr. Glee.Club“ Stimmung an der Rheinpromenade. Dort boten die ortsansässigen Gastronomen und die Rhenser Pfadfinder das Beste aus Küche und Keller. Und an beiden Tagen des Jubiläum-Wochenendes war der „Scharfe Turm“, auch als Hexenturm bezeichnet, für die Besucher geöffnet. Dieses Andenken deutscher Geschichte wird in Rhens von der „Kaiser Ruprecht Bruderschaft“ gepflegt. Erbaut am Ende des 14. Jahrhunderts, war er im 17. Jahrhundert ein Gefängnis, in dem zehn Hexen und Hexenmeister gefoltert und hingerichtet wurden. Keine schöne Geschichte, da klingt besser, das er zuerst als Späh- und Zollturm diente. Und als Spähturm war er an diesem ereignisreichen Tag einer der besten Plätze, reichte doch der Blick von dort aus fast von Spay bis Koblenz; die Feuerwerke mit ihren abwechslungsreichen Facetten konnten stromaufwärts und stromabwärts bewundert werden. So auch die beiden Feuerwerke, die den Nachthimmel über Rhens erstrahlen ließen. Das erste schloss nach einem furiosen Spektakel mit italienischen Kometensternen. Es folgte „Blue Magic“, eine abwechslungsreiche Kombination in blau, die die Farben des Rhenser Mineralbrunnens symbolisierten. Es waren insgesamt 17 Kilometer, auf denen der Rhein in Flammen zu sehen war, mit Feuerwerken, die diesem Jubiläum gerecht wurden und in Koblenz ihren Höhepunkt fanden. Das erste Feuerwerk in der Stadt am Zusammenfluss von Rhein und Mosel, erleuchtete den Nachthimmel im Jahr 1756 zu Ehren des Kurfürsten Philipp von Waldendorf. Unregelmäßig gab es Feuerwerke bis in die 1930er Jahre. In den Kriegsjahren wurde die Tradition unterbrochen, ab 1956 aber jährlich am zweiten Augustwochenende als „Rhein in Flammen“ wiederbelebt. Jedes Jahr erleben an Bord der festlich geschmückten und beleuchteten Schiffe circa 40.000 Gäste und an den Ufern des Rheins 500.000 Zuschauer das Spektakel. Es ist eine der beliebtesten Veranstaltungen Europas, an dem viele Menschen aus dem Ausland teilhaben. Spay, Brey und Rhens waren bereit, alle Besucher zu empfangen und mit ihnen zu feiern. Einen großen Anteil daran, hatten auch die vielen ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen, die für den reibungslosen und sicheren Ablauf sorgten. Nach diesem unvergesslichen Abend hatte das Feiern aber noch kein Ende, denn auch für den Sonntag dachten sich die Verantwortlichen noch manches aus. Fazit: der „Rhein in Flammen“ bedeutete auch „Rein ins Vergnügen“.     EP