Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu Gast in der „Villa Ausonius“

„So gestaltet sich Demografie“

Oberfell zeigt, was Leben im Alter bedeuten kann

Oberfell. „Sommerreise“ heißt es im politischen Jargon, wenn Minister/innen im Sommer auswärtige Termine wahrnehmen. Das erklärte die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz Malu Dreyer, als sie in der „Villa Ausonius“ zu Gast war. Bei strahlendem Sonnenschein und dem angenehmen Ambiente innerhalb und außerhalb des „Bürgerzentrums für Menschen im Alter“, glich ihr Besuch wahrlich einer Sommerreise. Es ist nicht nur das positive Erscheinungsbild, sondern auch die positive Stimmung von Bewohnerinnen und Bewohnern und den Mitarbeiter/innen der einzelnen Dienste, die jedem Besucher einen nachhaltigen Eindruck vermitteln. IMG_6889 Die Idee zu diesem Projekt stammt vom ehemaligen Bürgermeister Gottfried Thelen, in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Mayen-Koblenz und dem Projekt 3 e. V. (www.projekt-3.de) konnte Oberfell dann im Oktober 2014 das Kompetenzzentrum „Villa Ausonius“ eröffnen. „Heute ist die Belegung 100 %!“ verriet Margarete Vehrs, Geschäftsleitung Projekt 3 e.V. Leben, wohnen und das ortsnah in vertrauter Umgebung, das bietet die „Villa Ausonius“ mit Wohngruppen mit Einzelappartements, Wohnen mit Service, einem ambulanten Pflegedienst und dem Bürgerzentrum für Menschen im Alter. „Der Weg war schwierig, alles entstand in Zusammenarbeit mit der Bürgerschaft und der Gemeinde“, resümierte Uwe Berens, Geschäftsführer Projekt 3 e.V. Gemeinsam mit Margarete Vehrs, Ortsbürgermeister Rene Henric und dem Kreisbeigeordneten Burkhard Nauroth, führte er Malu Dreyer durch den Gebäudekomplex. Als Erster Kreisbeigeordneter leitet Burkhard Nauroth den Geschäftsbereich II des Landkreises Mayen-Koblenz, unter anderen mit den Abteilungen „Kinder, Jugend und Familie“ und „Soziales“. Auch er zeigte sich vom Oberfeller Projekt begeistert: „Wunder dauern etwas länger. Es ist eine hochkompetente Arbeit. Aus der Bürgerschaft heraus, wurde sich um die Frage gekümmert: Wie leben wir im Alter? Der Kreis möchte Entwicklungshilfe leisten, gemeinsam mit den kleinen Orten.“ Der Ministerpräsidentin Malu Dreyer lag der persönliche Kontakt mit den BewohIMG_6904nern am Herzen, deshalb suchte sie das Gespräch mit der Oberfeller Familie Heinz. Doch das verzögerte sich, da sie erst einmal etliche Autogrammwünsche zu erfüllen hatte. Malu Dreyer selbst ist Anhängerin von alternativen Wohnformen und hat die Vision, in jeder Gemeinde ein solches Wohnprojekt ins Leben zu rufen: „In Oberfell ist es super gelaufen!“ Auch das Fazit der Familie Heinz bestätigte ihren Eindruck. Die Situation der Familie stellt sich so dar: Herr Heinz ist dement, seine Frau konnte ihn nicht zu Hause pflegen. Selbst wohnt sie in einer Einliegerwohnung im Haus ihrer berufstätigen Tochter. Die „Villa Ausonius“ bot die beste Gelegenheit Herrn Heinz in pflegende Hände zu geben, ohne das Gefühl, ihn abgeschoben zu haben. Außerdem ist ein täglicher Besuch problemlos zu bewältigen. „So gestaltet sich Demografie, nämlich mit den Bürgern“, sagte Malu Dreyer. „Schön, wenn man in einem solchen Umfeld wie Oberfell leben kann.“ Dass es so einfach für die Kinder sein kann, die Sorge für die Eltern zu tragen, sieht sie darin: „Man muss eine Struktur bieten, damit man dies leben kann.“ Dafür hat Oberfell gesorgt, hat sich viele Jahre Gedanken um ein tragfähiges Konzept gemacht. „Wir haben die Immobilie um das Konzept gebaut“, erinnert sich Uwe Berens. Darin liegt wohl der Erfolg desselben begründet. Ortsbürgermeister Rene Henric weiß: „Das Projekt wurde von Anfang an gelebt, es hatte immer einen Bezug zum Menschen!“ In Oberfell, dem Dorf der Generationen, ist in den Köpfen verankert: Wir sitzen alle in einem Boot! Jung und Alt sollen sich gegenseitig helfen und helfen lassen. Ehrenamtliche PuTTY Quick connect , die Menschen in ihrem Alltag unterstützen, werden gesucht. Dazu wurde der Bürgerverein Oberfell e.V. gegründet (www.buergerverein-oberfell.de), der sich über Mitglieder/innen freut. Die Oberfeller haben erkannt, was Mutter Theresa treffend formulierte: „Du kannst Dinge tun, die ich nicht kann. Ich kann Dinge tun, die du nicht kannst. Zusammen können wir große Dinge tun!“   EP